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Weltmeister und Vize
2010! (Fotos© von Björn Glawe)
"Oh Mann, was für ein Tag mal wieder", die Nerven des Berliner 470er Landestrainers Björn Glawe lagen blank. Kein halbes Jahr ist vergangen, dass er seine erfolgreiche Tätigkeit mit den Berliner Optimisten gegen den Job mit den angehenden Olympiakandidaten der 470er getauscht hat und dann so eine Junioren-WM. "Keine 30 Minuten lagen Sieg und Niederlage auseinander", die sich wiederum in wenigen Sekunden darstellten. Aber der Reihe nach. Bevor sich so ein Siegerfoto ergibt, gibt es natürlich Geschichten...
...und die beginnt an den Final-Tagen mit den Abschlusswettfahrten der Teilnehmer. Oder schon davor! Florian Dziesiaty & Lasse Gülzow waren zwar punktgleich mit dem neunten, kamen aber als 12. nicht in das Medalrace und erreichten in der Endabrechnung einen tollen 13. Platz vor Henrik Simon & David Heitzig, die im abschließenden Finalrennen genau wie Magnus Masilge & Moritz Klingenberg (16. Platz) besser zurecht kamen. Das in Deutschland hoch gehandelte Talent-Team mit dem Opti-Weltmeister Julian Authenrieth als Steuermann und seinem ebenfalls im Opti sehr erfolgreichen Bruder Philipp als Vorschoter haderte in den Vorläufen mit der Seitenwahl und erreichte insgesamt den 20. Platz. "Patrick Drees und sein Vorschoter Max Schümann", Neffe des bekanntesten deutschen Seglers, "zeigten in der Abschlusswettfahrt, dass bei der WM mehr, als ihr 29. Platz drin gewesen wäre", wertete Björn Glawe. "Bei den Bedingungen des Finaltages, endlich einmal guter Wind, sind die Beiden einfach besser unterwegs".
"Marlene Trommer & Lorena Abicht setzten ihre Pleiten-, Pech- und Pannenserie fort, ein Knoten löste sich beim Spi" teilte der Berliner Trainer von der Finalwettfahrt der Damen mit. Aber die Spannung war den Medalraces vorbehalten. Fünf deutsche Teams waren jeweils unter den besten Zehn der Welt. Vier bei den Damen und eins bei den Herren. Das ist schon alleine eine Meldung wert. Und vier davon hatten noch Chancen einen Medaillenrang zu erklimmen. Daniel Zepuntke & Dustin Baldewein, Bronzemedaillengewinner der EM diesen Jahres, schickte sich als Vierte an, erneut den Sprung aufs Podest zu schaffen. Björn Glawe musste aber ernüchternd folgendes Statement abgeben: "Plan für Daniel war Flucht nach vorn! 2 Plätze vor dem
Italiener und unter den ersten 4 platzieren war das Ziel. Der Start war
Durchschnitt und dann passte der Speed nicht 100%ig und die beiden wendeten
in die Mitte. Daraus resultierte Platz 10 an der ersten Boje. Gute Vorwind,
und eine solide zweite Kreuz ergaben Platz 7, einen vor dem Italiener. Der
Rest des Rankings war komplett auf den Kopf gestellt: Die Plätze 7, 8, 10
nach der Vorrunde waren vorn ,die Plätze 2, 3, 4 und 5 hinten. So blieb es
bis ins Ziel. Das bedeutete, dass die Italiener 3. blieben und es folgten 4
(in Worten: vier!) Segler punktgleich! In diesem Fall entscheidet das
Medalrace, was für Daniel und Dustin den 7. Platz bedeutete. Hätten sie
auf der letzten Vorwind das österreichische Team noch überholen können, hätten
sie Bronze gehabt! Aber hätte, hätte, hätte Fahrradkette, ist halt nicht.
Dementsprechend frustriert waren die Beiden. Aber zu dem Zeitpunkt hatte die deutsche Delegation ja schon den
erfolgreichen Part dieser Junioren-WM hinter sich...
Das Damenfinale hatte deutsche Aussichten inne. "Für Vicky und Fine war klar, dass sie besser als die Japanerinnen sein mussten und sie durften maximal 3 Plätze hinter Bochi und Anika sein. Die Anikas durften maximal 2 Plätze hinter Tina Lutz & Susann Beucke ins Ziel kommen. Auf Grund des Windes war schnell klar, dass Tina Lutz & Susann Beucke das Rennen gewinnen und die Anikas schlechtestenfalls als 3. ins Ziel kommen werden. Vicky hatte sich von den Japanerinnen gelöst und steuerte auf Gold zu. Dann legten die Anikas DIE Vorwind der WM hin und überholten noch die Holländerinnen, als dann an der letzten Boje auch noch die Ukrainerinnen die vor dem Madalrace führenden Japanerinnen überholten. Dadurch war klar, dass Gold und Silber nach Berlin gingen!!!! Und Bronze an Japan." jubilierte der Berliner Landestrainer in seiner Email kurz vor dem Abflug.
Und während des Heimflugs wird das Deutsche Team ordentlich feiern! Der Trainer jedoch, wird seinen Sitz sicher schnell zum
Bett umfunktionieren.
Reaktionen, Gratulationen und Berichte im Netz:
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